· Benjamin Kötting · Automation · 3 min read
Die 5 häufigsten Fehler bei Automation-Projekten – und wie Sie sie vermeiden
80% der Automation-Projekte scheitern nicht am Tool, sondern an fehlender Klarheit. Erfahren Sie, welche Fehler Sie vermeiden sollten.
Nach über 50 Automation-Projekten sehe ich immer wieder die gleichen Muster: Unternehmen investieren in Tools, aber die Projekte scheitern. Nicht weil die Technologie schlecht ist, sondern weil grundlegende Fehler gemacht werden.
Hier sind die 5 häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden können.
1. Tool-Shopping vor Prozess-Analyse
Der häufigste Fehler: Teams kaufen ein Tool und versuchen dann, ihre Prozesse darum herum zu bauen.
Das Problem:
- Prozesse sind unklar oder undokumentiert
- Das Tool passt nicht zu den tatsächlichen Anforderungen
- Nach 6 Monaten: Ein weiteres Tool im “Tool-Friedhof”
Die Lösung:
- Dokumentieren Sie zunächst den IST-Prozess
- Identifizieren Sie konkrete Schmerzpunkte
- Definieren Sie messbare Ziele
- Erst dann: Tool-Auswahl basierend auf Anforderungen
Tool ≠ Lösung. Ein Tool ist nur ein Werkzeug zur Umsetzung einer bereits klaren Strategie.
2. SaaS-Cost-Creep unterschätzen
Viele Projekte starten mit “nur 29 EUR/Monat”. Nach 2 Jahren sind es plötzlich 1.800 EUR/Monat.
Typischer Verlauf:
- Start: 29 EUR/Monat (Starter-Plan)
- Jahr 1: 109 EUR/Monat (mehr User)
- Jahr 2: 300 EUR/Monat (Premium Features)
- Bei 8 Tools: 400 → 1.800 EUR/Monat
Die Lösung:
- Berechnen Sie Total Cost of Ownership (TCO) über 3 Jahre
- Berücksichtigen Sie Skalierung und Wachstum
- Prüfen Sie Self-Hosted-Alternativen (oft 40-60% günstiger)
- Setzen Sie Budget-Alerts
Ein konkretes Beispiel: Zapier vs. n8n (Self-Hosted)
- Zapier: 300-600 EUR/Monat bei mittlerem Volumen
- n8n Self-Hosted: 16 EUR Server + 300 EUR Managed Service = 316 EUR/Monat
- Ersparnis: 40-60% bei voller Kontrolle
3. Vendor Lock-In ignorieren
“Migration ist ja einfach” – bis sie 18.000 EUR und 3 Monate kostet.
Das Problem:
- Proprietäre APIs und Datenformate
- Hunderte Workflows in geschlossenen Systemen
- Keine Backup- oder Export-Optionen
- Bei Preiserhöhung: Keine Alternative
Die Lösung:
- Setzen Sie auf Open-Source-Tools wo möglich
- Nutzen Sie standardisierte APIs und Datenformate
- Implementieren Sie regelmäßige Backups
- Dokumentieren Sie Ihre Workflows extern
- Bevorzugen Sie Self-Hosted-Lösungen
4. Betrieb wird unterschätzt
“Das läuft doch von alleine” – bis zum ersten Critical Error um 3 Uhr nachts.
Realität:
- Monitoring und Wartung: 2-4h/Woche
- Updates und Patches: 2-4h/Monat
- Fehleranalyse und Fixes: 4-8h/Monat
- Dokumentation: 2h/Monat
Die Lösung: Zwei Optionen:
- Inhouse: Dedizierte Person mit 4-8h/Woche Budget
- Managed Service: Externes Team übernimmt Betrieb
Wichtig: Betriebskosten von Anfang an einplanen, nicht erst wenn es brennt.
5. Keine klare Verantwortung
“Das macht dann das IT-Team” – nur dass das IT-Team davon nichts weiß.
Das Problem:
- Fachbereich baut Workflows
- IT ist nicht eingebunden
- Sicherheit und Compliance werden ignoriert
- Bei Problemen: Finger-Pointing
Die Lösung:
- Definieren Sie klare Rollen und Verantwortlichkeiten
- Etablieren Sie einen Change-Management-Prozess
- Involvieren Sie IT von Anfang an
- Dokumentieren Sie Entscheidungen
Typische Rollen:
- Process Owner: Definiert Business-Anforderungen
- Technical Lead: Implementiert Workflows
- Operations: Betreibt und monitored
- Security/Compliance: Prüft und approved
Fazit: Automation ist mehr als ein Tool
Die meisten Automation-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern an:
- Fehlender Prozess-Klarheit
- Unterschätzten Kosten
- Mangelnder Planung
- Fehlenden Verantwortlichkeiten
Unser Ansatz:
- Assessment: Wo stehen Sie wirklich?
- Strategie: Was macht Sinn, was nicht?
- Implementierung: Pragmatisch, iterativ, messbar
- Betrieb: Managed Service oder Inhouse-Enablement
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Über den Autor: Benjamin Kötting unterstützt Unternehmen beim Aufbau souveräner Automation-Infrastrukturen. Nach 50+ Projekten hat er die häufigsten Fehler und Best Practices dokumentiert.
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